Sind vergrößerte Hämorrhoiden mit Salben und Zäpfchen zu heilen?
Wie werden Hämorrhoiden operiert und welche Risiken gibt es?
Kann ich bei Blut sicher sein, dass Hämorrhoiden die Ursache sind?
Wann lassen sich vergrößerte Hämorrhoiden am besten behandeln?
Welche Ursache können Verdauungsbeschwerden wie z.B. Blähungen und Durchfällen haben?
Welche Untersuchungen sind notwendig, um die Ursache für Verdauungsbeschwerden zu finden?
Kann ich durch die Instrumente mit Hepatitis oder Aids angesteckt werden?
Was kosten Untersuchung und Behandlung, wenn ich nicht privat versichert bin und selbst bezahle?
Sind vergrößerte Hämorrhoiden mit Salben und Zäpfchen
zu heilen?
Salben und Zäpfchen können lediglich
betäubend, entzündungshemmend und abschwellend wirken. Die Verkleinerung der
krankhaft vergrößerten Hämorrhoiden und damit eine ursächliche Heilung ist
nicht möglich.
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Wie behandelt der Arzt Hämorrhoiden?
Die Art der Behandlung richtet sich nach der Größe der
Hämorrhoiden. Bei Hämorrhoiden ersten Grades (nur mit dem Proktoskop zu
erkennen) ist die Verödung (Sklerosierung) die effektivste Behandlung. Ein
Medikament wird tropfenweise in oder über die vergrößerten
Hämorrhoidalpolster gespritzt. Diese schrumpfen nach einigen wenigen
Behandlungen auf ihre ursprüngliche Größe und die Beschwerden gehen rasch
zurück. Bei entsprechender Erfahrung des Arztes ist die Verödung völlig
schmerzfrei und ungefährlich. Hämorrhoiden zweiten Grades, welche beim
Stuhlgang hervortreten danach aber wieder von allein in den Afterkanal
zurückrutschen, werden ebenfalls verödet oder mit einem kleinen
Gummiring wirkungsvoll abgebunden (Ligaturmethode). Auch diese Gummibandligatur
kann völlig schmerzfrei und ambulant durchgeführt werden. Die seltener
auftretenden dritt-
oder gar viertgradigen Hämorrhoiden, welche längerfristig oder gänzlich
heraustreten, müssen meist operativ beseitigt werden.
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Können Hämorrhoiden zu Krebs werden?
Hämorrhoiden entarten nicht. Allerdings
werden Beschwerden, die frühzeitig auf das Entstehen einer bösartigen
Darmerkrankung hinweisen, häufig als Hämorrhoiden fehlgedeutet. Die
Früherkennung und mögliche Heilung von Darmkrebs wird dadurch leider viel zu oft
verhindert.
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Ist das Hämorrhoidalleiden eine häufige Erkrankung?
Vergrößerte Hämorrhoiden und andere
Enddarmleiden sind außerordentlich weit verbreitet. In Mitteleuropa leidet wohl
jeder zweite Erwachsene früher oder später unter Beschwerden des Enddarmes.
Oft werden die Beschwerden über einen langen Zeitraum verschwiegen. Aus
falscher Scham wird der Arzt nicht oder erst nach einer langen Leidenszeit
aufgesucht.
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Da die krankhafte Vergrößerung der
Hämorrhoiden hauptsächlich auf eine oft vererbte Bindegewebsschwäche
zurückzuführen ist, vergrößern sich einmal behandelte Hämorrhoiden im Laufe
einiger Jahre wieder. Gerade die sehr häufig vorkommende Stuhlverstopfung
(Obstipation) begünstigt aufgrund des ständigen Pressens das rasche
Wiederauftreten eines Hämorrhoidalleidens.
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Ist es besser, Hämorrhoiden zu operieren oder zu
veröden?
Aufgrund ihrer wichtigen
Feinverschlussfunktion werden bei einer Operation nur die heraustretenden
Hämorrhoiden entfernt, welche den Verschluss des Afters nicht mehr
gewährleisten können. Da bei ausgeprägter Bindegewebsschwäche ein
Nachwachsen der noch vorhandenen und ja auch benötigten Hämorrhoiden
vorprogrammiert ist, sollte nicht wieder das Heraustreten der Schwellpolster mit
dann folgender Operation abgewartet werden. Durch zu häufige oder zu
ausgedehnte Operationen wird zwangsläufig der Verschluss des Afters
geschädigt, so dass nicht mehr zu behebendes Schmieren und Nässen auftreten
kann. Besser ist es, die Hämorrhoiden in frühen Stadien zu erkennen und dann
schonend mit konservativen Methoden wie der Verödung zu behandeln. Leider wird
allzu häufig zu lange abgewartet bis die Hämorrhoiden heraustreten und dann
nur noch operativ beseitigt werden können. Danach sollte aber unbedingt eine Wiedervergrößerung der Hämorrhoiden durch frühzeitige proktologische
Untersuchungen erkannt werden.
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Wie werden Hämorrhoiden operiert und welche Risiken gibt es?
Eine Operation ist je nach Schweregrad nur dann zu empfehlen,
wenn konservative Behandlungsmethoden wie z.B. Verödungen keinen Erfolg
versprechen. Einzelne Hämorrhoiden können ambulant in Teilbetäubung
(Lokalanästhesie) operiert, ausgedehnte Hämorrhoidalknoten müssen
in Vollnarkose auch ambulant entfernt werden. Um später ungewollten Stuhl- und Windabgang
(lnkontinenz) zu verhindern, sind für ausgeprägte Vorfälle besondere
plastische Operationsverfahren mit Wiederherstellung des sensiblen Afterkanales
entwickelt worden. Spätfolgen, wie etwa Schließmuskelschäden, sollten zu den
extrem seltenen Ausnahmen gehören und treten bei fachgerechter Operation
praktisch nicht auf.
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Tut die Verödung von Hämorrhoiden weh?
Da die Hämorrhoidalpolster oberhalb des
sensiblen Afterkanales schon im schmerzunempfindlichen Enddarm sitzen, kann eine
fachgerechte Verödung nicht schmerzen. Nur selten
befinden sich Nerven in untypischer Weise im Hämorrhoidalbereich. Ständig
während und nach der Verödung auftretende Schmerzen weisen in der Regel auf
nicht fachgerechte Behandlung hin.
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Entstehen durch die
die Verödung von Hämorrhoiden Narben?
Die fachgerechte Verödung verursacht eine
leichte Entzündung des hämorrhoidalen Bindegewebes und bewirkt dadurch eine
elastische Straffung. Da es nicht wie bei Operation oder Gummiringligatur zur
Verletzung des Gewebes kommt, können auch keine Narben entstehen.
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Kann ich bei Blut sicher sein, dass Hämorrhoiden die
Ursache sind?
Bei Blutungen, aber auch bei
Schleimabsonderung und Stuhlunregelmäßigkeiten sollte man einen Arzt umgehend
aufsuchen. Oft sind Hämorrhoiden Ursache für die Beschwerden, jedoch
können lebensbedrohliche Erkrankungen wie z.B. Darmkrebs dahinter stecken.
Gerade diese gilt es rechtzeitig zu erkennen, da nur dann eine Heilung möglich
ist. Eines steht fest: Ursachen für Enddarmbeschwerden kann nur der Arzt
feststellen und eine gezielte Behandlung rechtzeitig veranlassen. Ein
Hämorrhoidalleiden liegt nur dann vor und sollte erst dann behandelt werden,
wenn andere Krankheiten ausgeschlossen wurden!
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Kann ich mir bei Hämorrhoiden-Beschwerden selbst helfen?
Durch Hämorrhoidensalben, Zäpfchen und Sitzbäder lassen
sich die Beschwerden nur kurzzeitig lindern. Fast immer treten sie nach einiger
Zeit wieder auf. Wichtig ist die rechtzeitige Vorstellung beim Arzt!
Vorbeugend und zur Unterstützung der fachärztlichen Behandlung ist
ballastreiche Ernährung (z. B. Obst, Gemüse, Vollkornerzeugnisse, Weizenkleie)
empfehlenswert sowie ausreichend Flüssigkeit (möglichst 2 Liter tgl.). Achten
Sie auf eine Stuhlentleerung ohne Pressen, verzichten Sie unbedingt auf
Abführmittel, treiben Sie Bewegungsport, der den Beckenboden nicht belastet wie
Schwimmen und Radfahren. Hilfreich ist eine sorgfältige Analhygiene mit
lauwarmem Wasser ohne Zusätze und anschließendem Trockentupfen ohne Reiben.
Statt der handelsüblichen Feuchttücher sind zur Feuchtreinigung eher Baby
Öltücher zu empfehlen
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Wann muss der Arzt aufgesucht werden?
Wenn die Beschwerden trotz Selbstbehandlung nicht rasch
abklingen - spätestens nach 2 Wochen. Bei Blutungen, Schleimabsonderung und
Stuhlunregelmäßigkeiten sollte man einen Arzt umgehend aufsuchen. Meist sind
Hämorrhoiden Ursache für die Beschwerden, jedoch können lebensbedrohliche
Erkrankungen dahinter stecken. Eines steht fest: Ursachen für
Enddarmbeschwerden kann nur der Arzt feststellen – und eine Behandlung
rechtzeitig einleiten. Ein Hämorrhoidalleiden liegt erst dann vor, wenn andere
Krankheiten ausgeschlossen wurden.
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Sind die Untersuchungen schmerzhaft?
Der Proktologe wird zunächst ausführlich mit Ihnen über
Ihre Beschwerden sprechen und daraus schon wichtige Schlüsse ziehen können.
Notwendige proktologische Untersuchungen sind bei entsprechender Erfahrung des
Arztes lediglich ungewohnt und selten schmerzhaft. Die Austastung mit dem Finger
ist äußerst wichtig und nicht belastend. Sie gibt bereits entscheidende
Informationen über Art und Ausmaß einer Erkrankung wie z.B. Endarmtumore,
Schließmuskelschwäche, Afterrisse u.a.. Bei der Afterspiegelung (Proktoskopie)
wird der Analkanal mit einem kleinen Rohr inspiziert. Nur hierdurch können
Hämorrhoiden und ihre Vergrößerung beurteilt werden. Mit dem Finger oder dem
starren Mastdarm - Spiegelinstrument (Rektoskop) sind sie nicht feststellbar, da
sie sich elastisch zur Seite drücken. Die Mastdarmspiegelung (Rektoskopie)
gewährt Einsicht in den unteren Dickdarm. Mit ihr werden Entzündungen, Polypen
oder auch Krebs ausgeschlossen. Manchmal müssen die höheren Darmabschnitte mit
einem biegsamen Instrument, dem Coloskop, inspiziert werden. Auch diese
Untersuchung erfolgt in der Regel ambulant. Bei Bedarf können bei allen
Spiegelungen Gewebeproben entnommen werden (Biopsie). Bei vorsichtiger Anwendung
tut die Coloskopie der unteren Hälfte des etwa 120 cm langen Dickdarmes
keineswegs weh. Muss der gesamte Dickdarm gespiegelt werden, so kann
dieses in einem Kurzschlaf geschehen.
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Wann lassen sich vergrößerte Hämorrhoiden am besten behandeln?
Am einfachsten und schonendsten werden Hämorrhoiden im 1.
Stadium, wenn sie noch nicht aus dem After heraustreten, mit Verödung
behandelt. Meistens lässt sich auch das 2. Stadium, wenn die Hämorrhoiden nur
leicht und für kurze Zeit austreten, mit Verödungen von sachkundiger Hand
wieder in den Normalzustand zurückführen. Mit dieser Behandlungsmethode und in
diesen beiden Stadien ist es noch möglich, den elastischen Feinverschluss der
Hämorrhoiden wieder unbeschadet herzustellen.
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Welche Ursache können Verdauungsbeschwerden wie z.B. Blähungen und Durchfällen
haben?
Die Ursachen können sehr vielschichtig sein und reichen von
entzündlichen Darmerkrankungen wie z.B. Morbus Crohn über funktionelle Störungen
wie z.B. Fettverdauungsschwäche, Zuckerunverträglichkeiten (Lactose, Fructose,
Sorbit) über Allergien wie z.B. latente Sprue bis hin zu Störungen der
Bakterienflora und dem so genannten Reizdarm Syndrom.
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Welche Untersuchungen sind notwendig, um die Ursache für
Verdauungsbeschwerden zu finden?
Je nach Art der Beschwerden kommen zunächst nicht belastende
(so genannte nicht invasive) Verfahren wie Stuhluntersuchungen und Atemteste auf
Zuckerunverträglichkeiten in Frage. Bei weitergehenden Verdachtsmomenten ist
aber auch immer die Darmspiegelung (Koloskopie) zu erwägen!
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Wie können Verdauungsbeschwerden behandelt werden?
Je nach gefundener ursächlicher Erkrankung oder Störung
reichen die Behandlungsmöglichkeiten von medikamentöser Therapie bei
Entzündungen über Einnahme von Enzym- oder Bakterienpräparaten oder
Diätmaßnahmen bei funktionellen Störungen bis hin zu naturheilkundlicher
Behandlung wie z.B. Colon Hydrotherapie.
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Kann ich durch die Instrumente mit Hepatitis oder Aids angesteckt werden?
Alle Instrumente, die aus Metall hergestellt sind, werden
nach der chemischen Desinfektion noch mit Hitze sterilisiert. Viren und
Bakterien können dann auf den Instrumenten nicht mehr vorhanden sein, so dass
hierdurch eine Ansteckung ausgeschlossen ist. Anders verhält es sich bei den
Coloskopen, welche aus nicht hitzebeständigen Materialien gefertigt sind. Sie
werden daher besonders sorgfältig in mehreren Schritten chemisch desinfiziert.
Weil auch bei sehr gründlicher Reinigung und Desinfektion ein wenn auch nur
geringes Verunreinigungsrisiko bestehen könnte, werden die Coloskope in unserer
Praxis in regelmäßigen Abständen einer Sterilkontrolle unterzogen. Zu diesem
Zweck werden Proben von den Instrumenten in einem unabhängigen Labor
bakteriologisch untersucht. Weiterhin ist es wichtig zu wissen, dass Hepatitis-
und Aidsviren besonders empfindlich sind und viel schneller als Bakterien durch
Desinfektionsmittel vernichtet werden.
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Was kosten mich Untersuchung und Behandlung, wenn ich nicht privat versichert bin
und selbst bezahle?
Der Umfang der Untersuchungen und die daraufhin notwendigen Behandlungen richten sich natürlich immer nach der individuellen Art und Ausprägung der Erkrankung, welche sehr unterschiedlich sein kann. Die Kosten berechnen sich nach der gültigen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).
Eine proktologische Erstuntersuchung mit Beratung und Planung der notwendigen Behandlungsmaßnahmen kostet etwa 80,- bis 100,- Euro. Die Benennung der voraussichtlichen weiteren Behandlungskosten ist dann möglich. Die Behandlung beispielsweise der Hämorrhoiden mittels Verödung kostet etwa 50,- bis 60,- Euro pro Sitzung.
Für die drei Darm Vorsorgechecks ( Basis,
Standard und Maximal Check ) betragen die Kosten
nach GOÄ je nach Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand der Untersuchung für den Basis Check etwa 120,-
bis 150,- Euro, für den Standard Check etwa 340,- bis 370,- Euro
und für den Maximal Check etwa 400,- bis 540,- Euro.
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